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Virtuelle Telefonnummer

Also known as: VoIP-Nummer, Online-Telefonnummer, Internet-Telefonnummer

Eine Telefonnummer, die nicht an eine physische SIM-Karte oder Kupferleitung gebunden ist, sondern auf einer Softwareplattform gehostet und über das Internet an einen beliebigen Endpunkt weitergeleitet wird.

Eine virtuelle Telefonnummer ist eine Telefonnummer, die nicht auf einer physischen SIM-Karte oder Festnetzleitung bereitgestellt wird, sondern stattdessen auf einer Softwareplattform gehostet und über das Internet mithilfe von Protokollen wie SIP, WebRTC oder HTTP-Webhooks weitergeleitet wird. Aus Sicht des öffentlichen Telefonnetzes verhält sich eine virtuelle Nummer identisch wie eine reguläre — sie hat eine Landesvorwahl, kann Anrufe und SMS empfangen und wird in der Anrufer-ID angezeigt — doch der tatsächliche Zustellungsendpunkt ist softwaregesteuert und kann vom Eigentümer der Nummer neu konfiguriert werden.

Virtuelle Nummern werden typischerweise von VoIP-Anbietern, CPaaS-Anbietern (wie Twilio, Vonage, Sinch, MessageBird) oder spezialisierten SMS-Empfangsplattformen ausgegeben. Der Anbieter erwertet Nummernblöcke von zugrunde liegenden Carriern, hostet sie auf seiner Messaging-Infrastruktur und stellt benutzerfreundliche APIs und Dashboards für die Verwaltung von eingehenden Nachrichten bereit. Die meisten heute verwendeten virtuellen Nummern werden in den Nummernintelligenzdatenbanken der Carrier als Non-Fixed-VoIP kategorisiert und unterscheiden sich damit von echten Mobil- oder Festnetznummern.

Es gibt drei häufige Produktvarianten:

  • Aktivierungsnummern: kurzfristige Einmalummern, abgerechnet pro empfangener SMS, hauptsächlich für einmalige Kontoüberprüfungen verwendet. Die Nummer wird für ein kurzes Zeitfenster reserviert und dann an den Pool zurückgegeben.
  • Mieternummern: Nummern, die für eine feste Dauer (24h, 7 Tage, 30 Tage) gehalten werden, während der der Benutzer alle SMS für einen oder mehrere Dienste empfängt.
  • Langfristige DIDs: statische Nummern, die auf Dauer gehalten werden, monatlich abgerechnet, für stabile eingehende Leitungen wie Unternehmensnebenstellenanlagen oder Webhook-Integrationen verwendet.

Virtuelle Nummern werden häufig für 2FA-Verifizierung, Geschäftspräsenz auf ausländischen Märkten, Kontoerstellung zur Kompilierung oder Datenschutz, automatisierte SMS-Tests in der Softwareentwicklung und zum Zugriff auf geografisch eingeschränkte Dienste verwendet. Ihre Haupteinschränkung besteht darin, dass strenge Dienste (Banken, staatliche Portale, einige Zahlungsplattformen) VoIP-klassifizierte Bereiche erkennen und ablehnen, weshalb für diese Fälle eine echte SIM-Nummer erforderlich ist.

Der Begriff wird manchmal synonym mit DID (Direct Inward Dialing) verwendet, aber genau genommen ist ein DID eine bestimmte Art von virtueller Nummer — die statische, langfristige Variante — und eine Aktivierungs- oder Mieternummer ist eine virtuelle Nummer, die möglicherweise technisch nicht als DID-Produkt verkauft wird.

Example

Sie nutzte eine virtuelle Telefonnummer zur Registrierung des neuen Kontos und hielt ihre Hauptleitung aus einer weiteren Marketing-Datenbank heraus.

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